Wer in diesem Sommer mit dem Auto in den Urlaub fahren möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Jahren. Die Spritpreise in Österreich bewegen sich seit Monaten auf einem Niveau, das selbst erfahrene Autofahrer zum Staunen bringt. An vielen Tankstellen kostet ein Liter Diesel deutlich über zwei Euro, Super 95 liegt noch etwas darunter. Für Familien, die mit dem vollbeladenen Kombi Richtung Adria oder Kroatien aufbrechen, summiert sich das schnell zu einem spürbaren Kostenfaktor.

Teurer Sommer: Rekordpreise an den Tankstellen

Dabei war die Hoffnung auf günstigeres Tanken zu Beginn des Jahres noch groß. Experten hatten eine Entspannung an den Ölmärkten prognostiziert, doch geopolitische Unsicherheiten und Produktionskürzungen großer Förderländer ließen diese Prognosen schnell Makulatur werden. Der Rohölpreis zog wieder an, und an der Zapfsäule spürte es der Verbraucher unmittelbar.

Eine Frau betankt ihr silbernes Auto.
Foto von Gustavo Fring auf pexels.com

Ein Rechenbeispiel zeigt die Mehrkosten

Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Lage: Eine Familie aus Wien, die mit einem mittelgroßen Fahrzeug in die Toskana reist, legt dabei etwa 1.400 Kilometer hin und zurück zurück. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer und einem Spritpreis von 2,15 Euro ergibt das allein für den Treibstoff Kosten von rund 210 Euro. Vor drei Jahren wäre dieselbe Strecke noch für deutlich unter 150 Euro zu bewältigen gewesen. Der Unterschied von 60 Euro mag auf den ersten Blick überschaubar wirken, doch viele Familien fahren mehrere tausend Kilometer im Urlaub.

Preisunterschiede im Ausland verschärfen die Situation

Besonders stark trifft es jene, die mehrere Zwischenstopps einplanen oder durch Länder reisen, in denen der Sprit nochmals teurer ist. Mit dem Spritpreisrechner kannst Du günstige Tankstellen in Deiner Nähe finden. In Italien etwa liegt der Literpreis für Benzin teils noch über dem österreichischen Niveau, in der Schweiz sowieso. Wer klug plant, tankt deshalb vor der Einreise in teurere Länder möglichst voll. Doch auch das ist nur eine begrenzte Maßnahme.

Auch Mautgebühren treiben die Kosten nach oben

Hinzu kommen die Mautgebühren, die auf beliebten Reiserouten durch Österreich und Italien ebenfalls gestiegen sind. Die Brennerautobahn gehört zu den teuersten Streckenabschnitten Europas. Kombiniert man Maut und Sprit, kann allein der Weg in den Urlaub bei einer mehrköpfigen Familie leicht 300 bis 400 Euro verschlingen, bevor das erste Hotel aufgesucht wurde.

Eine Mautstation mit blauen Hinweisschildern, um sich richtig einzureihen.
Foto von Nopparuj Lamaikul auf unsplash.com

Auch Inlandsreisen werden teurer

Doch nicht nur Langstreckenurlauber spüren den Effekt. Auch wer innerhalb Österreichs reist, die Seen oder die Bergregionen im Westen erkundet, zahlt drauf. Viele Ausflüge, die früher spontan und günstig möglich waren, werden nun sorgfältig abgewogen. Der Tagesausflug am Wochenende wird zur Kostenfrage.

Reisende reagieren unterschiedlich

Die Reaktionen der Reisenden sind unterschiedlich. Manche weichen auf den Zug aus, der gerade für innerösterreichische Ziele oft eine echte Alternative darstellt. Die ÖBB bieten mit diversen Angeboten eine bequeme und planbare Möglichkeit, die Berge oder die Hauptstadt zu erreichen. Andere buchen bewusst nähere Reiseziele, um den Spritverbrauch zu senken.

Elektroautos als Alternative mit Hürden

Ein wachsender Anteil an Urlaubern denkt auch über Elektrofahrzeuge nach. Wer ein E-Auto besitzt, kann die Ladeinfrastruktur entlang der großen Reiserouten nutzen und spart dabei erheblich gegenüber dem Verbrenner. Doch die Anschaffungskosten und die noch immer ausbaufähige Ladeinfrastruktur in manchen Urlaubsregionen halten viele noch davon ab.

Sorgfältige Planung spart bares Geld

Für den Rest bleibt vor allem eines: sorgfältige Planung. Apps, die den günstigsten Sprit in der Umgebung anzeigen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wer bei jeder Tankstelle kurz den Preisvergleich startet, kann auf einer langen Reise durchaus 20 bis 30 Euro sparen. Auch das Reifenmanagement spielt eine Rolle: Optimal aufgepumpte Reifen senken den Verbrauch messbar.

Urlaub bleibt wichtig – trotz steigender Kosten
Am Ende bleibt der Urlaub trotz allem ein Grundbedürfnis. Die Menschen fahren, auch wenn es teurer wird. Doch die Zeiten, in denen der Sprit schlicht als selbstverständliche, günstige Ausgabe abgehakt wurde, sind vorbei. Der hohe Spritpreis ist zum festen Posten im Urlaubsbudget geworden, und daran wird sich nach aktuellem Stand so schnell nichts ändern. Wer heute plant, sollte diesen Faktor von Anfang an einkalkulieren, statt am Ziel böse überrascht zu werden.
Wie der aktuelle Spritpreis die Urlaubsreise verteuert

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