Prag liegt näher, als viele Wienerinnen und Wiener denken. Rund 330 Kilometer trennen die beiden Hauptstädte, das ist weniger als die Strecke nach Bregenz. Trotzdem stellt sich vor jeder Reise dieselbe Frage. Wie kommt man am besten nach Prag? Hier die vier Varianten im direkten Vergleich.
Mit dem Zug
Der große Vorteil liegt am Ziel. Der Prager Hauptbahnhof liegt mitten im Zentrum, direkt an der Metrolinie C und nur wenige Gehminuten vom Wenzelsplatz entfernt. Man steigt aus und ist bereits in der Stadt, ohne Parkplatzsuche und ohne Transfer.
Preislich lohnt sich frühzeitiges Buchen deutlich. Die Sparschiene der ÖBB ist bei rechtzeitiger Reservierung erheblich günstiger als der Normaltarif, allerdings zuggebunden. Wer flexibel bleiben möchte, zahlt entsprechend mehr.

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Mit dem Auto
Die Fahrt führt über die A5 Richtung Norden, bei Drasenhofen über die Grenze, weiter auf der tschechischen D52 nach Brünn und von dort auf der D1 nach Prag. Die reine Fahrzeit beträgt rund dreieinhalb bis vier Stunden, je nach Verkehrslage und Pausen.
Ein Punkt, den man vor der Abfahrt erledigen sollte. Für tschechische Autobahnen braucht man eine Vignette, und die gibt es ausschließlich elektronisch. Man kauft sie bequem online, hinterlegt das Kennzeichen und ist damit erledigt. Es gibt sie auch als Zehn-Tages-Variante, was für ein verlängertes Wochenende völlig ausreicht.
Das Auto lohnt sich vor allem dann, wenn man mit mehreren Personen fährt, viel Gepäck dabei hat oder von Prag aus noch Ausflüge nach Böhmen unternehmen möchte. Für einen reinen Städtetrip ohne Umland ist es dagegen eher Ballast, denn in der Prager Innenstadt bringt ein Auto fast nur Nachteile.
Mit dem Bus
Die günstigste Variante. RegioJet und Flixbus fahren mehrmals täglich von Wien nach Prag und brauchen rund vier bis viereinhalb Stunden. Die Preise liegen deutlich unter denen der Bahn, teilweise beim Bruchteil.
Der Komfort ist besser als sein Ruf. RegioJet etwa bietet Steckdosen, WLAN und Getränkeservice am Platz. Wer allerdings Wert auf Beinfreiheit und die Möglichkeit hat, während der Fahrt aufzustehen, ist im Zug besser aufgehoben.
Und was ist mit dem Flugzeug?
Kurz gesagt, es zahlt sich nicht aus. Der reine Flug von Wien nach Prag dauert weniger als eine Stunde, aber rechnet man Anfahrt zum Flughafen, Check-in, Sicherheitskontrolle, Wartezeit und den Transfer vom Prager Flughafen ins Zentrum dazu, landet man bei vier bis fünf Stunden von Tür zu Tür. Also genau dort, wo Zug und Bus auch liegen, nur teurer und mit deutlich mehr Aufwand.
Sinnvoll ist der Flug eigentlich nur als Anschluss, wenn man ohnehin von weiter her kommt oder mit einem Umsteigeflug weiterreist.

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Wo übernachten
Diese Frage hängt enger mit der Anreise zusammen, als man vermutet.
Wer mit dem Auto kommt, sollte keinesfalls in der Altstadt buchen. Die Gassen dort sind eng, ein Großteil ist Fußgängerzone oder Anrainerparkzone, und ein Stellplatz kostet entweder viel oder ist schlicht nicht vorhanden. Wesentlich praktischer ist eine Unterkunft im Westen der Stadt, also im fünften Bezirk. Von dort ist man in wenigen Minuten auf der Ausfallstraße, hat einen eigenen Parkplatz und fährt mit der Straßenbahn trotzdem in etwa einer Viertelstunde ins Zentrum.
Derselbe Bezirk ist auch für alle interessant, die fliegen. Der Václav-Havel-Flughafen liegt im Westen von Prag, der Transfer dorthin ist also kurz und man quert nicht die halbe Stadt. Eine Unterkunft am westlichen Stadtrand mit Parkplatz und guter Straßenbahnanbindung ist damit sowohl für Autofahrer als auch für Fluggäste die logischere Wahl. Dazu kommt die Ruhe am Abend, die man mitten im Zentrum vergeblich sucht.
Wer mit Zug oder Bus anreist, ist beim Standort naturgemäß flexibler, profitiert aber ebenfalls von ruhigeren Lagen mit guter Anbindung.
Unterwegs in Prag
Sobald man angekommen ist, empfiehlt sich der öffentliche Verkehr. Das Netz aus Straßenbahnen und Metro ist dicht, zuverlässig und im Vergleich zu Wien ausgesprochen günstig. Tickets für 24 oder 72 Stunden bekommt man am Automaten oder über die App, und für die Dauer eines Städtetrips reicht das völlig aus.
Ein Tipp am Rande. Die Straßenbahnlinie 22 führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, von der Burg bis zur Kleinseite. Man sitzt, schaut aus dem Fenster und hat nebenbei eine kleine Stadtrundfahrt.
Welcher Anreisetyp passt zu welcher Reise
Zum Schluss eine einfache Orientierung. Für ein Wochenende zu zweit ohne Auto ist der Zug die beste Wahl, bequem, direkt im Zentrum und ohne Organisationsaufwand. Wer knapp kalkuliert, nimmt den Bus. Wer mit Familie fährt, viel Gepäck mitnimmt oder von Prag aus noch nach Karlstein, Kuttenberg oder Karlsbad möchte, ist mit dem Auto klar im Vorteil. Und das Flugzeug bleibt jenen vorbehalten, die ohnehin umsteigen müssen.
